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Montag, 10. Juni 2013

Kolbensee zwischen Vockenrot und Nassig



Von Vockenrot kommend erreicht man den See der Hauptstraße Richtung Nassig folgend. Am Ende des Walds führt rechts ein Weg durch Felder und Wiesen zum Kolbensee. Am Ende des Weges erreicht man den größeren der beiden Seen. Etwas weiter unten, fast schon versteckt, der kleinere Kolbensee. Hier fühlen sich Enten und Teichhühner wohl. Erdkröten, Frösche und andere Amphibien nutzen in großen Scharen den See als Laichgewässer. Auf der Wiese vor den beiden Seen, tummeln sich im Frühjahr und Sommer zahlreiche Insekten wie Schmetterlinge, Käfer und Libellen. Auch die Vogelwelt schätzt das idyllische Fleckchen, so dass Graureiher am See auf Nahrungssuche gehen. Wunderschön blühen im Sommer die Seerosen auf dem kleineren der beiden Seen, während der große Kolbensee mit zahlreichen Rohrkolben, dem See seinen Namen schenkte.
 
 Der große Kolbensee




 Der kleine Kolbensee



Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Samstag, 1. Juni 2013

Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

2013 in der Nähe des Naturschutzgebietes Langenfeld
Der Frauenschuh ist die bekannteste heimische Orchidee und gilt als Königin der wilden Orchideen. Keine der bei uns beheimateten Arten findet eine größere Beachtung. Es gibt nur noch wenige Gebiete in denen diese Orchidee noch in größeren Beständen beheimatet ist. Die Pflanze ist auf dem Rückzug, da in den vergangenen Jahren viele Habitate zerstört wurden. Aus Licht durchfluteten Mischwäldern mit Buchen und Kiefern entstanden aus wirtschaftlichen Beweggründen Monokulturen mit Fichten. Auf deren Böden kann der Frauenschuh nicht überleben. Derzeit werden gerade in sensiblen Gebieten die Wälder entbuscht.  Fichten werden gerodet und wieder durch Buchen und Kiefern ersetzt. Der Frauenschuh braucht Lichtdurchflutete Mischwälder mit Buchen und Kiefern auf kalkhaltigem Boden wie er bei uns in Unterfranken in zahlreichen Gebieten zu finden ist.  Diese Orchidee stellt extrem hohe Anforderungen an Licht und Boden auf dem sie gedeiht. Sie geht eine Symbiose mit einem für viele Orchideen überlebenswichtigen Mykorrhiza-Partner (Pilz) ein, ohne diesen sie nicht existieren kann. Genau dieses Zusammenspiel macht den Lebensraum dieser einzigartigen Orchidee so wertvoll. Nicht selten gibt es in diesen Refugien viele weitere Kostbarkeiten der heimischen Flora und Fauna zu entdecken.

2013 bei Külsheim

Junge zarte Schönheit



Die bis zu 60 cm hoch wachsenden Pflanzen des Frauenschuhs bilden oft Horste, die durch unterirdische Vermehrung der Wurzeln heranwachsen. Jede Pflanze bildet bis zu 5 hellgrüne längliche Blätter, mit gleichmäßig der Länge nach durchzogenen Stegen. Auf der Unterseite sind die Blätter behaart. Die gelbe Blüte einem Schuh ähnelnd und nach Aprikose duftend, lockt Insekten wie die Erdbiene magisch an. Am Rand der Kesselfalle haftet ein Ölfilm der das Insekt in die Blüte gleiten lässt. Dort wird es mit Nektar an feinen Härchen haftend belohnt. Im hinteren Teil der gelben Blüte sind helle Fenster deutlich erkennbar. Durch den Lichteinfall weisen diese dem Insekt seinen Weg aus der Kesselfalle. Über die Lippe gelangt es wieder aus der Blüte und bestäubt so die Pflanze. Dieses Wissen machen sich nicht selten Spinnen zu Nutzen und warten an der Blüte auf ihre Beute.


Deutlich sichtbar die Kesselfalle mit den Fenstern im hinteren Bereich
Zu meiner großen Freude sind dieses Jahr gleich in mehreren Gebieten die Bestände an Frauenschuh gewachsen, oder wurden zumindest nicht dezimiert. In diesen Wäldern konnte ich auf eng begrenztem Raum Bestände von weit über 50 Pflanzen zählen. Im Umfeld dieser Stellen waren noch weitere Exemplare mit zwei bis 3 Pflanzen vereinzelt zu finden. Das macht Hoffnung dass die Bestände in Unterfranken nicht weiter zurück gehen. 

Ein Horst mit 13 Blüten

Mehr zu Orchideen unserer Heimat findet ihr auf der Internetseite des
Arbeitskreis Heimischer Orchideen

Sehr zu empfehlen ist auch die Seite von Marco Klüber mit seinem fantastischen Buch Orchideen der Röhn

Samstag, 9. März 2013

Märzenbecher (Leucojum vernum)

Die Blütenzeit der Märzenbecher erstreckt sich von Februar bis Mai. In vielen Büchern wird er auch Frühlingsknotenblume genannt. Diese wächst meist in kleineren Verbänden, bildet aber auch je nach Region großflächige Bestände. Der Märzenbecher sieht dem Schneeglöckchen ähnlich, kann aber sehr einfach an der Blüte unterschieden werden. Der Kopf ist dicker, glockenförmig und besteht aus 6 Blütenblättern. Diese haben an den Enden grüne bis ockergelbe Spitzen. Aus der Zwiebel wächst eine bis zu 30 cm hohe Pflanze, mit ca. 10 cm langen dunkelgrünen Blättern. Die Pflanze wächst vorwiegend in Wäldern mit Schluchten so wie Laubwälder mit waldnahen Feuchtwiesen. Bei der Verbeitung dieser Pflanze spielen Ameisen eine entscheidende Rolle. Sind die Samen der Pflanze vollkommen reif, locken diese mit einem duftenden Öl die Ameisen an. Diese transportieren den Samen zu ihrem Bau. Ein Meisterwerk, wenn man bedenkt, dass die Samen das zehnfache Gewicht der Ameise mit auf den Weg bringen. Beim Transport gehen immer wieder Samen verloren. So kann sich im kommenden Jahr der Kreislauf schließen und eine neue Pflanze wächst heran. 


Der ersten Märzenbecher am 23.02.2013 (Triefenstein)


Im Wald hinter dem Kloster Triefenstein verläuft ein alter Bahndamm. Diesem folgend erreicht man nach ca. 1 km ein geringe Population von Märzenbechern bei einer Abzweigung. Schon sehr früh konnte ich in diesem Jahr die ersten Exemplare im Schnee beobachten. In wie weit sich der Bestand dort entwickelt, wird sich in den kommen Tagen zeigen. Im vergangenen Jahr waren es nur wenige Pflanzen an zwei nahe beieinander liegenden Stellen.


Mit offener Blüte im Ölgrund am 6. März 2013

In Unterfranken nahe der Ruine Homburg findet man im Tal, eingesäumt von Wiesen und Wald das Naturschutzgebiet Ölgrund. Ein Habitat mit besonderer Flora und Fauna, denn die Feuchtwiesen sind nach dem harten Winter so stark durchnässt, dass sich im oberen Teil kleine Seen bilden. Die Frühlings-Knotenblumen (Leucojum vernum) oder auch Märzenbecher genannt, ist dort noch großflächig im angrenzenden Wald vertreten. Eine Augenweide ist alljährlich das Meer aus weißen Blüten. Sie sind die Vorboten des nahenden Frühlings. Der Ölgrund beherbergt die größte zusammenhängende Population in Unterfranken.



Triefenstein am 9. März 2013 zwischen einem Meer aus Bärlauch

Dann lacht die Sonne doch noch und taucht die Märzenbecher in warmes Licht 9. März 2013

Ein kurzer Moment kommt die Sonne zwischen den Wolken hervor

Während im Ölgrund die Blüte erst beginnt, sind sie im Buchenwald bei Triefenstein die meisten Pflanzen schon in ihrer vollen Pracht erblüht. Die Bestände scheinen sich positiv zu entwickeln. An drei weiteren Stellen wurde ich heute fündig. So bleibt die Hoffnung, dass diese seltene Planze auch im kommenden Jahr als Vorbote des nahen Frühling, uns mit ihren glänzend weißen Bechern und dem verlockenden Duft nach Veilchen erfreut.



Sonntag, 3. Februar 2013

Winter in der Klingelbachschlucht bei Triefenstein

Der triefende Stein im Januar 2012

Gleich hinter dem Kloster Triefenstein beginnt die wilde Klingenbachschlucht umgeben von alten Baumbeständen aus Eiche, Buche und Fichten. Um die Pfade und felsige Schlucht zu erklimmen ist festes Schuhwerk angesagt. Am triefenden Stein fließt ein Bach über Sandsteinfelsen unter den man hindurch muss um hinunter ins Maintal wandern kann. Im Winter bilden sich an den Felsen imposante Eiszapfen bis auf den Boden. Im Tal angekommen führt ein Waldweg entlang des alten Bahndamm bis zur Klingelbachschlucht. Dort gelangt man über die Sandsteine entlang des Bachverlaufs bis in Schlucht. Im Winter nach einer langen Kälteperiode mit Minusgraden weit unter dem Gefrierpunkt bietet sich einem dort eine imposante und gleichzeitig bizarre Eiswelt. Die Eiszapfen können hier bis zu 10 Meter erreichen. Leider war mir der Wettergott nicht besonders gesonnen, so dass Licht an diesem Tag nur sehr spärlich vorhanden war.

Wasserfall der Klingelbachschlucht im Januar 2013

Am Bach entlang gibt es wunderbare Eiskristalle, die sich in unterschiedlichsten Formationen zeigen. Durch den fortlaufenden Wasserfluss und die damit verbunden Spritzer konnten sich am Rande des Wasserlaufs Gebilde wie aufeinandergetürmte große Tropfen bilden.

Bizarre Eiswelt am Bachlauf unterhalb der Klingelbachschlucht